25 und gelangweilt

In weniger als einem Monat werde ich 26. Ich muss lachen. Laut lachen. Meine Mama hat mit 25 geheiratet und mit 26 kam ich zur Welt. Unvorstellbar. Unvorstellbar unrealistisch. Wie geht das? Also im heutigen Zeitalter? Ich bin 25 und gelangweilt. Während alle ‚Brides to be‘ ihren Junggesellinnenabschied planen und alle ‚Moms to be‘ fleißig kleine Söckchen kaufen, finde ich nicht mal jemanden mit dem ich Lust habe ‚was trinken zu gehen. Vor allem warum was trinken? Ich trinke doch gar nicht. Essen geben die netten Herren heutzutage ja nur aus, wenn es bei Mc Donalds Gutscheine gibt. Ich kann mein Essen selber zahlen. Wobei sich die Frage stellt, wenn er nicht mal ein Menü bei Mäcces ausgeben kann, was kann er dann? Nichts. Das erklärt wiederum, warum ich so schnell gelangweilt bin. Also woher die Kraft auf die olle Whatsappnachricht ‚Huhu‘ überhaupt zu antworten.

Outfit: Jacke – Primark, T-Shirt – H&M, Hose – Jeans Fritz, Schuhe – Maniac__Shoes

Aber heiraten und Kinder kriegen ist doch nicht alles im Leben. Stimmt! Während alle ihre letzte Prüfung in der Uni feiern oder sich in den wohlverdienten Urlaub stürzen, liege ich auf meinem Sofa und überlege, was ich gleich noch essen soll. Karriere gibt es neben dem Liebesblabla noch. Joa, was gibt es über die Karriere zu sagen? Ich dachte, nach meinem Uniabschluss würde ich direkt wie Antonia Rados im Einsatz sein oder wie Mario Barth als Stand-Up Comedian durchstarten. Mit einer kleinen Moderation auf so einem Sender wie WDR wäre ich auch zufrieden. Ich war auf Deutschlandtour. Das war cool. Aber es war auch anstrengend. Die Agentur hat die Hotels gebucht und paar waren echt sehr sch…ön. Schön auf ihre ganz besondere Art und Weise. Zudem immer dieses Fastfoodessen. Ich liebe Fastfood, aber jeden Tag ist zu viel. Aber jetzt ist die Tour vorbei und ich habe wieder so halligalli Jobs. Warum entdeckt mich denn keiner? Ich bin voll cool und lustig. Wesentlich cooler als diese Bibis und Dagis. No hate – reine Tatsache.

Wenn ihr euch gerade fragt, wo ich diese Bilder gemacht habe. Naja, da war eine Tür und die stand einfach auf. Das ist kein Hausfriedensbruch! Auf jeden Fall bin ich reingehuscht und habe diese äußerst schöne Atmosphäre gewählt, weil sie irgendwie passt. Okay, ich bin ehrlich.. ich wollte draußen Fotos machen und es hat geregnet. Plan B: Einfach durch die offene Tür und schnell Fotos machen.

Meckern ist voll 2016. Ich weiß. Ich mecker nicht. Ich bin doch froh. Oder zumindest halb. Zumindest bin ich froh, dass ich aktuell so viel bei Mozart zuhause bin. Die Deutschlandtour war allein deshalb schon unerträglich. Ich kann nämlich nicht einschlafen, wenn er nicht neben mir schnarcht. 😀 Sehen wir es doch mal positiv: ich bin Mama ohne das ich etwas sehr Großes aus einer sehr kleinen Öffnung pressen musste und Gewicht zugenommen habe, was ich in diesem Leben nicht mehr abnehmen werde. Zudem bin ich selbstständig und verdiene mein eigenes Para. Para heißt auf kanakisch Geld. Okay, wenn alle Rechnungen abgehen und ich mal wieder beim Sale zugeschlagen habe, bleibt nicht überdimensional viel übrig, aber es lässt sich leben. So gut leben, dass ich immerhin bis zum 19. des Monats etwas essbares zuhause habe. Mir fällt gerade auf, dass mein Geld länger ausreicht als mein Datenvolumen. Ich höre an dieser Stelle lieber auf, denn das Thema unzureichendes Datenvolumen ist kein schönes Thema.

Das Leben von anderen Menschen sollte übrigens nie ein Maßstab für euch sein und wenn doch, dann bitte auch mit all‘ den Problemen, Tränen und Macken die zu diesem Menschen gehören. Nehmt euer Leben nicht so ernst und diesen Text erst Recht nicht.

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